Lindner

Oktober 2, 2013

Um die FDP ist es schlimm bestellt.

Wegen der verheerenden Wahlergebnisse bei der letzten Bundestagswahl?

Mitnichten.

Weil ein junger oder zumindest jung erscheinender Mann namens Christian Lindner die neue Lichtgestalt der Liberalen sein soll.

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Was muss man dazu wissen:

Obschon scheinbar nur äusserlich, trägt Lindner meist einen 3-Tage-Bart (der ihm nicht einmal steht). Das soll wohl revolutionären Schwung, Dynamik und unkonventionelle Einstellungen signalisieren, ist aber im Zusammenhang mit der neuesten Nachricht, dass Lindner sich seinen dünnen Haarschopf (wie Berlusconi) durch Haartransplantation hat auffüllen lassen, eher als eitles Gehabe zu werten.

Der 1979 geboren Lindner trat laut Wikipedia „auf Anraten des Vaters“ mit 16 Jahren in die FDP ein. Das ist charakteristisch für viele Politiker (Gröhe etc.), die sich nie die Freiheit gegönnt haben, vorgezeichnete Denkbahnen zu verlassen.

Lindner hat laut Wikipedia 2006 mit der Abfassung einer Doktorarbeit begonnen, die er aber aufgrund seiner politischen Tätigkeit bisher nicht abgeschlossen hat. Das ist von Vorteil, weil er so nicht unter Plagiatsverdacht fallen kann.

Lindner war laut Wikipedia auch bereits „unternehmerisch“ tätig. Zitat: „Im Jahr 2000 kam Lindner auf die Geschäftsidee, Internet-Avatare auf den Markt zu bringen. Am 29. Mai 2000, zur Hochphase der New Economy, gründete er gemeinsam mit Hartmut Knüppel und Christopher Patrick Peterka die Internet-Firma Moomax GmbH. Knüppel war einer der Gründer der Jungen Liberalen und maßgeblicher Förderer Guido Westerwelles. Nach der Insolvenz der Moomax GmbH wechselte Hartmut Knüppel zunächst als PR-Chef zur Dresdner Bank, bevor er 2008 Geschäftsführender Vorstand des Deutschen Derivate Verbands e.V. (DDV) wurde. 

Die Moomax GmbH wurde mit 30.000 Euro Stammkapital gegründet und erhielt über den Risikokapitalfonds Enjoyventure zusätzliches Kapital. Lindner, der von 2000 bis 2001 als Geschäftsführer tätig war, verließ das Unternehmen nach einem Jahr und reduzierte parallel seine Kapitaleinlage auf einen Anteil von 8 %. Wolfgang Lubert von Enjoyventure erklärte, dass sich zu diesem Zeitpunkt die Insolvenz bereits abgezeichnet hatte, die dann im Oktober 2001 tatsächlich angemeldet wurde. Enjoyventure verlor an eigenen Mitteln etwa 600.000 Euro, die KfW Bankengruppe – und damit Bund und Länder – verlor weitere 1,4 Millionen Euro. In dieser Höhe hatte Enjoyventure für die Moomax GmbH erfolgreich einen öffentlichen Förderkredit beantragt.

Aufgrund der Insolvenz der Moomax GmbH ging der Rückzahlungsanspruch unter und auch die Haftung von Enjoyventure entfiel. In einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sagte Lindner, dass die Mittel „sehr überwiegend“ dazu genutzt worden seien, um qualifizierte Arbeitsplätze zu schaffen. Er deutete an, dass Moomax viele Arbeitsplätze geschaffen habe, wollte die genannte Zahl aber auf Nachfrage nicht autorisieren. Der letzte Moomax-Geschäftsführer Wolfgang Lubert hingegen nannte eine Zahl von weit unter zehn Festangestellten, diese Zahl wurde auch aus einer weiteren Quelle genannt. Die Recherche der Frankfurter Allgemeinen Zeitung kommt zu dem Ergebnis, dass ein nicht unbeträchtlicher Teil der 2 Millionen Euro als Gehälter an die drei Moomax-Geschäftsführer geflossen sein muss. 

In einem Porträt über Christian Lindner, das im Handelsblatt Verlag erschien, wurde zudem dargestellt, dass Lindner durch die Lektüre von Science-Fiction-Literatur auf die Geschäftsidee kam, Internet-Avatare zu produzieren. Dieselbe Information enthält auch ein Stern-Artikel des Journalisten Frank Gerstenberg. Ende November 2012 wandte sich der Pressesprecher der NRW-FDP an den Handelsblatt Verlag und behauptete, dass Lindners Inspiration nicht aus Science-Fiction-Literatur stamme, und bat darum, den Artikel nachträglich demgemäß zu korrigieren.

Journalist Konrad Fischer schrieb hierzu: „Das Problem: Seinerzeit hatte es keinerlei Einwände gegen den Text gegeben.“ Der Pressesprecher habe dann die wahren Motive dahingehend enthüllt, dass in Lindners Wikipedia-Eintrag auf den Artikel Bezug genommen werde, und solange die Quelle nicht verschwunden sei, ließen die Wikipedianer eine Veränderung des Eintrages nicht zu.“

Nach den Erfahrungen von Peer Steinbrück als Kanzlerkandidat ist zu befürchten, dass Lindner dieses causa eines Tages noch einmal massiv auf die Füsse fallen wird.

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